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Juli 2013

Vier Teenager, vier Babys

Cornelia Grünbeck mit „Vierzehn“ im Thalia

von Gerlinde Knoller, Augsburger Allgemeine 

Wegen einmal, da wird man doch nicht schwanger!“

Das haben sich Fabienne, Laura, Lisa und Stephanie gedacht. Sie waren zum ersten Mal verliebt – und wurden schwanger. Mit vierzehn. „Vierzehn“ heißt der Dokumentarfilm, in dem Cornelia Grünberg zeigt, wie die Teenager ihre Kinder bekommen. Die Regisseurin stellte ihren Film in Kooperation mit der Schwangerenberatungsstelle Donum Vitae Augsburg im Thalia-Kino vor.

Der Film besticht durch seinen unverstellten Blick für die Realität, ohne den Mädchen zu nahe zu treten. Er lässt sie zu Wort kommen in ihrem Schock („Ich hab’ mir gedacht, wie werd’ ich’s los, ohne dass es jemand mitkriegt, dann hab’ ich geweint“). Darin mischt sich auch Freude („Eigentlich freust du dich ja – aber die anderen nehmen dir die Freude weg“).

Darin mischt sich nun die Angst, wie das sein wird mit dem Kind. „Ich darf alles alleine machen, den Haushalt und so“, fürchtet Laura, und Fabienne hofft, kein Kind zu kriegen, „dass dann Klavier spielen möchte oder Geige. Das wird dann

gehänselt“. Solche Aussagen lassen schmunzeln, und doch liegt in diesem Film ein tiefer Ernst.

Berührende Szenen im Kreißsaal

Schon deshalb, weil diese Mädchen im Laufe ihrer Schwangerschaft reifen. Sie stellen sich ihrer Situation. Genauso wie ihre Familien, vor allem die Mütter, die nach dem anfänglichen Schock ihren Töchtern zur Seite stehen. Besonders eindrucksvoll ist die Wandlung von Fabienne, die mit 13 die ganze Nacht unterwegs war, sich mit anderen Mädchen gezofft hat und nun, als Mutter, meint, damit könne sie kein Vorbild für ihren Sohn sein.

Berührend die Szenen im Kreißsaal, sensibel aufgenommen, als die Mädchen ihre Kinder in den Armen halten. Die Väter sind zum Teil mit dabei. Das Schöne vermischt sich mit dem Schweren. Bei aller Freude über ihre Kinder, die keines der Mädchen mehr hergeben würde, verschweigen sie nicht, was ihnen schwerfällt: „Es ist manchmal viel zu viel, du fällst von einer Depression in die nächste.“

Cornelia Grünbeck hat diese Mädchen, die sie von 2003 bis 2006 begleitet und porträtiert hat, auch zusammengeführt. „Das Tollste war, dass ich mit meiner

Situation nicht allein bin“, hätten sie gemeint.

Dieser Film ist der erste Teil der Dokumentarfilmreihe 14/18/28. In 18, der zurzeit entsteht, zeigt Grünbeck, wie die vier jungen Frauen ihren Alltag bewältigen. Am Ende von 18 sind sie selbst 19 Jahre alt.