Schnellnavigation:

onlinetaste
Zur Väterseite
November 2014

Mittendrin im Leben

Dokumentarfilmerin Cornelia Grünberg zu Gast

In „Vierzehn – Erwachsen in neun Monaten“ widmete sich Filmemacherin Cornelia Grünberg vier Mädchen, die – mit 14 schwanger geworden – sich für ihre Kinder entschieden .„Achtzehn – Wagnis Leben“ lautet der Titel des zweiten filmischen Beitrags der Regisseurin über die nunmehr vor der Volljährigkeit stehenden jungen Mütter. Das anregende und dank der vier charakterlich höchst unterschiedlichen Protagonistinnen unterhaltsam geratene Dokumentarwerk präsentierte die Berliner Autorin und Regisseurin jetzt im Thalia.

In 96 Kino-Minuten begleitet die Regisseurin die vier Teenager Fabienne, Laura, Lisa und Stephanie dabei, wie sie das Leben mit Kind zu meistern versuchen. „Dabei hatten wir rund 200 Stunden Filmmaterial zur Verfügung,“ erzählte Cornelia Grünberg. „Ich wollte zeigen, dass die großen Probleme für die Mädchen jetzt erst noch kommen, wenn es ums Sorgerecht, um Schulabschluss, Ausbildung, Wohnung und Haushalt geht.“

Was ist zwischenzeitlich aus den jugendlichen Müttern geworden? Da ist die erwachsen wirkende Fabienne, die inzwischen mit einem ihr Kind akzeptierenden Kickboxer liiert ist, während es Lisa, inzwischen dreifache alleinerziehende Mutter mit ihren Eltern ach Hawaii verschlagen hat. Stephanie hingegen muss im hessischen Sterbfritz mit mangelnden Ausgehmöglichkeiten umzugehen lernen, während Laura hartnäckig (und erfolgreich) um Sorgerecht, Schulabschluss und Studienplatz kämpft.

Viel Beifall gab es für das engagierte Porträt, das von dem unverkrampften Mädchenquartett profitiert. „Die jungen Mütter merken es, wenn sie und ihre Probleme ernstgenommen werden“, so Cornelia Grünberg beim Gespräch mit dem Publikum. Ihr Langzeitprojekt möchte sie mit einem Film „über die Kinder der Kinder“ fortsetzen, was nach einem durchaus spannenden Perspektivwechsel klingt.

Augsburger Allgemeine, Thomas Niedermair